Das Johanniskraut

lat. Hypericum perforatum

Das Johanniskraut war ursprünglich in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. Heute wächst es auf allen Kontinenten. Namensgeber der Heilpflanze ist „Johannes der Täufer”, da das Kraut um den 24. Juni (Johannistag) zu blühen beginnt. 

Im Volksmund wird das Johanniskraut auch „Herrgottsblut” genannt. Es wird seit der Antike als Heilmittel eingesetzt, vor allem in der Wundheilung aber auch bei allerlei Frauenleiden. Paracelsus schrieb bereits im 16. Jahrhundert seine Wirkung gegen depressive Verstimmungen nieder. Er empfahl
Johanniskraut gegen „‘Phantasmata‘ – finstere Gespenster, die die Seele niederdrücken”.

Goldgelbe und „durchlöcherte” Blätter mit blutrotem Inhalt

Johanniskraut ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hartheugewächse (Hpericaceae). Es wächst gerne auf trockenen Böden in voller Sonne. Seine goldgelbe Blüte besteht aus fünf großen Blütenblättern. Werden die Blätter gegen das Licht gehalten, sieht man die Ölkammern, die als „helle Punkte” wahrgenommen werden und die das Blatt löchrig aussehen lassen – daher auch der
lateinische Name „perforatum” (= durchbohren, durchlöchern). Werden die Blüten zerrieben,
kommt ein tiefroter Saft zum Vorschein – der früher auch zum Färben verwendet wurde.

Beste pflanzliche Alternative bei leichten bis mittelschweren Depressionen

Im Johanniskraut sind zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Seine Hauptwirkung wird dem Hyperforin zugesprochen. Es wirkt stimmungsaufhellend, angstlösend und antidepressiv. Es stellt das Gleichgewicht der Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin und Serotonin im Gehirn wieder her. Zusätzlich hemmt es den Abbau von Serotonin, was seine stimmungsaufhellende Wirkung noch verstärkt.

Besserer Schlaf

Bei regelmäßiger und adäquat dosierter Einnahme von Johanniskraut kommt es zu einem Anstieg der Tiefschlafdauer. Außerdem wird der Grad der Erholung nach dem Schlafen gesteigert.

Antibakteriell und eine Wohltat für die Haut

Johanniskraut wird auch bei Hautkrankheiten (Dermatosen) eingesetzt. Es wirkt antibakteriell, verbessert den Hautzustand und stillt Juckreiz. Es wirkt gegen Rötungen und Spannungsgefühle, nimmt Trockenheit und reguliert die Schuppung.

Wechselwirkungen

Johanniskraut führt bei einigen Medikamenten zu verminderter Wirksamkeit. Der Grund dafür liegt in der Fähigkeit des Johanniskrauts die Enzymaktivität im Körper zu erhöhen. Das bedeutet, dass die wirksamen Bestandteile der Medikamente im Körper schneller um- und abgebaut werden, was Dosierungen und Einnahmerhythmus beeinflussen kann. 

Wenn Sie zusätzliche Medikamente nehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

Tipps:

1. Kann auch bei Wechsel- und Regelbeschwerden, in Phasen der Trauer, Burnout und bei Herbstdepression hilfreich sein!

2. Ob als Tee, Kapsel oder in Tablettenform – auf die Dosierung kommt es an! In der Apotheke werden Sie richtig beraten

3. Johanniskrautöl eignet sich zur äußerlichen Anwendung von entzündeter Haut, bei Muskelverspannungen, leichten Brandwunden (zum Beispiel bei Sonnenbrand oder Verbrühungen) und kleinen Schürfwunden.